Ihre Gesund­heit im Fokus – auch bei Beitrags­anpassungen

Beitragsanpassungen werfen Fragen auf. Erfahren Sie hier, warum diese Maßnahme notwendig ist, um Ihnen auch in Zukunft eine hochwertige Versorgung zu sichern.

David Bläsing
07.05.2026
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was sind die Hintergründe der Beitragsanpassung?

    Die Kosten im Gesundheitswesen steigen aktuell stark an. Diese Entwicklung stellt uns alle vor Herausforderungen und betrifft auch Ihre Private Krankenversicherung. Wenn die tatsächlichen Leistungsausgaben von der ursprünglichen Kalkulation abweichen, müssen wir Ihren Beitrag anpassen. Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet und stellen so sicher, dass wir unser Leistungsversprechen langfristig garantieren können.

  • Was sind die Gründe für die höheren Kosten?

    Die Ausgaben im Gesundheitswesen steigen hauptsächlich durch höhere Personalkosten, den medizinischen Fortschritt und eine alternde Bevölkerung. Neue Behandlungsmethoden und Medikamente sind oft teurer, während mehr ältere Menschen häufiger und länger medizinische Versorgung benötigen.

  • Welche Möglichkeiten gibt es für die weitere Planung meines Versicherungsvertrages?

    Es gibt verschiedene Wege, wie Sie Ihre Vertragsgestaltung beeinflussen können, damit diese auch weiterhin zu Ihrer Lebensplanung passt. Lassen Sie uns darüber sprechen – wir beraten Sie gerne zu Ihren individuellen Möglichkeiten. Hier auf dieser Seite finden Sie die passenden Kontaktmöglichkeiten für allgemeine Fragen oder eine persönliche Betreuung in Ihrer Nähe.

Warum ändert sich Ihr Beitrag zur Krankenversicherung?

Medizinischer Fortschritt

Neue Medikamente, innovative Behandlungsmethoden und verbesserte Diagnosetechniken sind oft teurer als bisherige Behandlungsoptionen. Dafür ermöglichen Sie eine effektivere und schonendere Versorgung.

Inflation und allgemeine Kostenentwicklung

Aktuell beeinflusst die hohe Inflation die Gesundheitskosten erheblich. Krankenhäuser haben beispielsweise höhere Personal- und Sachkosten, was Behandlungen teurer macht.

Lebenserwartung

Die Menschen leben länger, was bedeutet, dass medizinische Leistungen über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden.

Aktuelle Zinsen

Die Entwicklung der Zinsen hat Einfluss auf die Rücklagen, die sogenannten Alterungsrückstellungen, die wir für zukünftige Leistungen bilden müssen. Sinkt die Verzinsung, muss die Alterungsrückstellung durch höhere Beiträge aufgefüllt werden.

Die Anpassung Ihres Beitrags spiegelt auch den Fortschritt in der Medizin wider, der Ihnen zugutekommt.

Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie:

Die Kosten in diesem Bereich sind im Jahr 2025 um 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Ein Grund dafür ist, dass psychische Erkrankungen heute offener behandelt werden und mehr Menschen professionelle Hilfe suchen und erhalten.

Quelle: PKV-Verband

Schutzimpfungen:

Die Ausgaben für Impfstoffe sind in den letzten fünf Jahren um über 77 Prozent gestiegen. Dies liegt auch daran, dass neue, hochwirksame Impfstoffe verfügbar sind, wie zum Beispiel der seit 2018 erhältliche Impfstoff gegen Gürtelrose, der einen wichtigen Schutz bietet.

Quelle: PKV-Verband

MRT und Strahlendiagnostik:

Seit 2019 gab es hier Mehrkosten von 19,8 Prozent. MRT-Untersuchungen sind heute ein Standard in der Diagnostik. Noch vor 20 Jahren waren diese detaillierten Untersuchungen eine Seltenheit, während sie heute vielen Patienten zugänglich sind und präzisere Diagnosen ermöglichen.

Quelle: PKV-Verband

Expertenvideo zur Beitragsanpassung

Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. informiert

Wir bei SIGNAL IDUNA legen großen Wert auf eine transparente Kommunikation. Deshalb möchten wir Ihnen eine unabhängige Perspektive auf die aktuellen Beitragsanpassungen bieten.

Im folgenden Video erfahren Sie durch den Verband der Privaten Krankenversicherung e.V., warum es zu Beitragsanpassungen kommt, wie Beiträge kalkuliert werden und wie deren Bezahlbarkeit auch im Alter unterstützt wird. Zudem wird ein Vergleich zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gezogen.

PKV-Beitrag – FAQ

Da die Kosten im Gesundheitswesen rasant steigen, müssen wir die Beiträge in bestimmten Tarifen der Krankenversicherung entsprechend anpassen. Weitere Details hierzu können Sie aus folgenden Faktenblättern entnehmen:

Leider haben wir hierauf wie auch alle anderen privaten Krankenversicherer keinen Einfluss. Die gesetzlichen Vorschriften zur Beitragsanpassung legen fest:

Eine Beitragsanpassung darf nur erfolgen, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um mindestens 10 Prozent (oder einem ggf. in den Versicherungsbedingungen vereinbarten geringeren Prozentwert) höher liegen als ursprünglich kalkuliert und diese Abweichung als nicht nur vorübergehend beurteilt wird.

Ob diese Bedingungen vorliegen, wird von einer unabhängigen Treuhänderin oder einem unabhängigen Treuhänder kontrolliert. Die Kostensteigerungen in Ihren Tarifen überschreiten längst nicht in jedem Jahr diese vorgeschriebenen Schwellenwerte.

Die veränderten Kosten der Vorjahre müssen zwangsläufig in die Beiträge einkalkuliert werden, sobald der Schwellenwert überschritten ist. Das führt dann dazu, dass diese Veränderungen nachträglich im Beitrag berücksichtigt werden müssen.

Die Information über eine Beitragserhöhung ist nie eine erfreuliche Nachricht. Geschieht dies in Folge, verstehen wir Ihren Ärger und Ihre Sorge vollkommen. Sie fragen sich zurecht: „Wie kann das sein, und wo soll das enden?“

  • Das „Schwellenwert-Prinzip“: Beitragserhöhungen in der PKV dürfen nicht nach Belieben durchgeführt werden. Der Gesetzgeber schreibt strenge Regeln vor: Erst wenn die tatsächlichen Ausgaben in einem Tarif den kalkulierten Wert um den gesetzlich oder tariflich festgelegten Schwellenwert (10 % oder 5 %) überschreiten, muss der Beitrag angepasst werden. Dies wird von unabhängigen Treuhändern streng kontrolliert. 
  • Warum Erhöhungen manchmal geballt kommen: Bleiben die Kosten zum Beispiel über einige Jahre hinweg unter dem Schwellenwert, passiert in dieser Zeit nichts – die Beiträge bleiben stabil. Wird der Schwellenwert in einem darauffolgenden Jahr überschritten, müssen die Steigerungen der letzten Jahre auf einmal nachgeholt werden. Deshalb fällt die Beitragserhöhung spürbarer aus, als wenn die Anpassung jährlich in kleineren Schritten stattgefunden hätte.

    Hier ein fiktives Beispiel für eine Beitragsanpassung nach dem Überschreiten des Schwellenwerts:
  • Warum kann es mehrmals zu stärkeren Beitragsanpassungen kommen?

    Durch anhaltend steigende Leistungsausgaben aufgrund der aktuellen Inflation im Gesundheitswesen, gestiegenen Personalkosten in Kliniken sowie die schnelle Einführung teurer, neuer Therapieverfahren kann es vorkommen, dass der Schwellenwert in aufeinanderfolgenden Jahren überschritten wird. 

Der Gegenwert: Was Ihre Private Krankenversicherung (PKV) leistet und wie Sie profitieren

Es ist leicht zu vergessen, was man für seinen Beitrag eigentlich bekommt – besonders, wenn man gesund ist. In der PKV zahlen Sie nicht für ein "System", sondern für Ihre ganz persönliche, vertraglich garantierte Medizin.

Hier sind die echten, handfesten Vorteile im Alltag:

  1. Medizinischer Vorsprung: Der direkte Zugang zu Spitzenmedizin
    In der gesetzlichen Kasse (GKV) gilt das Wirtschaftlichkeitsprinzip: Behandlungen müssen „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein. In der PKV gilt: Das Beste, was medizinisch notwendig und verfügbar ist.
    • Schnellerer Zugang zu Innovationen:
      Sobald eine neue, hochwirksame Therapie oder ein neues Medikament (z. B. modernste Krebsimmuntherapien oder Gen-Therapien) in der EU zugelassen ist, steht es Ihnen als Privatpatient sofort zur Verfügung. Sie müssen nicht warten, bis ein Ausschuss darüber berät, ob die Kassen das Verfahren Jahre später eventuell übernehmen.
    • Beispiel Augenheilkunde:
      Ein modernes Diagnoseverfahren bei Netzhauterkrankungen, die Optische Kohärenztomografie (OCT), erfordert Investitionen von bis zu 100.000 Euro. Im dualen System aus GKV und PKV hat sich diese Anschaffung für Augenarztpraxen bereits nach 1,8 Jahren refinanziert. Nach GKV-Regeln allein würde dies 5,4 Jahre dauern. Das belegt eine Studie des Datendienstleisters Rebmann Research. Sein Fazit: Ohne die Mehrumsätze der Privatversicherten wäre die Ausstattung der Arztpraxen mit moderner Medizintechnik deutlich schlechter und manche Behandlungsmöglichkeit würde es in der ambulanten Versorgung gar nicht geben.
    • Beispiel Arzneimittel:
      Rund 13 Prozent der Medikamente, die Privatversicherten verschrieben werden, sind patentgeschützt – mit nachgewiesenem Zusatznutzen. In der GKV liegt dieser Anteil bei nur 6,7 Prozent. Der Mehrumsatz der Privatversicherten im Arzneimittelbereich stieg 2024 auf über 1,13 Milliarden Euro. Dieser Mehrumsatz trägt dazu bei, dass Deutschland europaweit zu den Ländern zählt, in denen neue Therapien am schnellsten verfügbar sind: Ein neues Krebsmedikament ist hierzulande bereits 82 Tage nach der europäischen Zulassung erhältlich – im EU-Durchschnitt dauert das 445 Tage. (Quelle: PKV-Verband Medizinische Innovationen)
    • Investition in Ihre Lebensqualität:
      Ob innovative, schonende OP-Verfahren (wie robotergestützte Chirurgie), modernste Diagnostik (z. B. sofortige MRT-Scans statt wochenlangem Warten) oder High-Tech-Zahnersatz – Ihr Vertrag garantiert Ihnen den medizinischen Fortschritt von heute.
  2. Vertraglich garantierter Schutz ein Leben lang
    In der gesetzlichen Krankenversicherung entscheidet die Politik über den Leistungskatalog . Leistungen können (und wurden in der Vergangenheit) gekürzt oder gestrichen werden (z. B. beim Zahnersatz oder durch höhere Zuzahlungen).
    • Ihr PKV-Vertrag ist ein rechtsgültiges Versprechen:
      Die Leistungen, die Sie bei Abschluss vereinbart haben, darf der Versicherer niemals einseitig kürzen. Sie behalten Ihren Schutz – ein Leben lang.
  3. Zeit und Komfort beim Arzt
    • Keine Monatelangen Wartezeiten:
      Als Privatpatient erhalten Sie Facharzttermine oft innerhalb weniger Tage statt Monate. Bei schweren Erkrankungen kann dieser Zeitvorteil entscheidend für den Heilungserfolg sein.

Gemeinsam mit anderen Versicherten bilden Sie eine Solidargemeinschaft, in der die Beiträge so kalkuliert werden, dass sich Beiträge und Leistungen in einem Tarif ausgleichen. Das ist unabhängig davon, wie viel Leistung eine einzelne versicherte Person in Anspruch genommen hat. So sind Sie auch bei hohen Behandlungskosten bestens geschützt. Das ist der typische Versicherungsgedanke: Der Ausgleich im Kollektiv.

Übrigens: Bei nicht oder geringer Leistungsinanspruchnahme profitieren Sie in der privaten Krankenvollversicherung von hohen Beitragsrückerstattungen.

Die Kosten im Gesundheitsbereich steigen kontinuierlich an – das ist eine Entwicklung, die alle Krankenversicherer betrifft. Ob es um neue medizinische Behandlungsmethoden, innovative Medikamente oder die allgemeine Kostenentwicklung geht: Diese Faktoren wirken sich auf alle Unternehmen aus. Das bedeutet, dass auch Kunden anderer Versicherer mit Beitragsanpassungen rechnen müssen.

Es mag sein, dass manche Unternehmen diese Anpassungen zu einem etwas späteren Zeitpunkt vornehmen, doch angesichts der beständig steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen führt kein Weg daran vorbei, die Beiträge entsprechend anzupassen.

Die SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G. ist sehr solide und zukunftsorientiert aufgestellt. Wir legen großen Wert darauf, Ihnen auch weiterhin eine exzellente Versorgung und umfassende Leistungen zu bieten.

Auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) treiben ansteigende Kosten für Behandlungen, innovative Therapien und eine alternde Bevölkerung die Ausgaben in die Höhe. Durch höhere Zusatzbeiträge und die Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze, die zum 01. Januar 2027 auf 76.500 Euro angehoben wird, steigen die Beiträge in der GKV kontinuierlich.

Die Beiträge in der GKV und der Privaten Krankenversicherung (PKV) werden auf unterschiedliche Weisen berechnet. In der GKV orientieren sie sich an Ihrem Einkommen und Familienstatus, wobei die Einnahmen nach dem Umlageverfahren direkt für die aktuellen Leistungsausgaben verwendet werden. In der PKV wird ein Teil des Beitrages für die Bildung der Alterungsrückstellungen verwendet, sodass Ihr Beitrag im Alter nicht allein wegen des Älterwerdens steigt, wenn Sie Leistungen stärker in Anspruch nehmen müssen.

Untersuchungen haben ergeben, dass sich langfristig die durchschnittlichen Beiträge der GKV- und PKV-Versicherten in den letzten Jahren recht ähnlich entwickelt haben. 

Die Beiträge in der GKV und in der PKV werden auf zwei völlig unterschiedliche Weisen berechnet. In der GKV orientieren sich die Beiträge an Ihrem Einkommen und Familienstatus, wobei die Einnahmen nach dem Umlageverfahren direkt für die aktuellen Leistungsausgaben verwendet werden. In der PKV werden hingegen individuelle Prämien mit Alterungsrückstellungen kalkuliert, um für das Alter vorzusorgen.

Untersuchungen haben ergeben, dass sich langfristig die durchschnittlichen Beiträge der GKV- und PKV-Versicherten in den letzten Jahren recht ähnlich entwickelt haben. 

In der GKV wird der Beitrag neben der eigentlichen Erhöhung des Beitragssatzes sowie durch die Erhöhung des Zusatzbeitragssatzes und der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze beeinflusst. 

Da die Beiträge in der PKV üblicherweise nicht jährlich angepasst werden dürfen, kommt es oft nach jahrelanger Stabilität zu Beitragssprüngen. Dadurch erscheint es vielen Versicherten so, dass die Erhöhungen in der PKV deutlicher ausfallen, als in der GKV.

Die Kalkulation in der Privaten Krankenversicherung (PKV) erfolgt nach gesetzlichen Rahmenbedingungen, die insbesondere im Versicherungsaufsichtsgesetz und Krankenversicherungsaufsichtsverordnung geregelt sind. Jedes Unternehmen hat diese Vorschriften einzuhalten.

Details zur Beitragskalkulation finden Sie in folgendem Faktenblatt:

Die Beiträge zur sog. Basisabsicherung sind in unbegrenzter Höhe steuerlich absetzbar. Erhöht sich der Beitrag für die Vollversicherung, können entsprechend höhere Beträge als Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden.

Mehr dazu in unserem Ratgeber Steuern sparen mit dem Bürger|entlastungsgesetz.

Beispielhafte Darstellung des effektiven Mehrbeitrags unter Berücksichtigung der möglichen steuerlichen Absetzbarkeit:

  • Monatlicher Mehrbeitrag: 82,69 €
  • Steuerliche Anerkennung 79,59 %: 65,81 €
  • Steuerersparnis bei angenommenen 42 % Spitzensteuersatz: 34,73 €
  • Effektiver Mehrbeitrag: 47,96 €
Der effektive Mehrbeitrag kann sich für Arbeitnehmer durch einen eventuellen Arbeitgeberzuschuss weiter reduzieren.

Reduziert sich der Versicherungsbeitrag, vermindert sich neben wertvollen Versicherungsleistungen ggf. auch der steuerlich absetzbare Beitrag. Deshalb: Behalten Sie Ihren Versicherungsschutz möglichst unverändert bei.

Angenommener Tarif EXKLUSIV-0 (Unisex). Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Steuerkanzlei.

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) soll auf 76.500 € jährlich ansteigen. Dadurch steigt für Gutverdiener auch in der privaten Pflegepflichtversicherung die finanzielle Belastung, da der Höchstbeitrag an die Sätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gekoppelt ist. Weiterhin steigt der Beitrag für Kinderlose.

Für eine Beitragsanpassung gelten gesetzliche und vertragliche Vorschriften. Sobald die Notwendigkeit einer Beitragserhöhung festgestellt und die unabhängige Treuhänderin zugestimmt hat, dürfen die Erhöhungen durchgeführt werden. Ein Widerspruchsrecht hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen.

PKV im Alter – FAQ

Der Beitrag wird in der Privaten Krankenversicherung (PKV) über die gesamte Versicherungsdauer so kalkuliert, dass er in jüngeren Jahren oberhalb und in späteren Jahren unterhalb der durchschnittlichen Krankheitskosten liegt. Der in jüngeren Jahren für die laufenden Krankheitskosten sowie die Kostendeckung nicht benötigte Teil des Beitrages wird in der Alterungsrückstellung reserviert und verzinst. Wenn in späteren Lebensjahren die Krankheitskosten über dem gezahlten Beitrag liegen, wird die Differenz aus der Alterungsrückstellung finanziert. Die PKV trifft innerhalb ihres Kalkulationssystems mit der Bildung von Alterungsrückstellungen Vorsorge für die im Alter steigende Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

Entwicklung der Alterungsrückstellungen (schematisches Modell):

Erhöhte Gesundheitskosten im Alter werden durch gebildete Alterungsrückstellungen finanziert. Damit steigt der Beitrag nicht allein deshalb, weil Sie älter werden.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Alterungsrückstellungen.

Die (vereinfachte) Grafik verdeutlicht die Beitragsberechnung Ihrer privaten Krankenversicherung. Die blaue Linie zeigt den kalkulatorisch gleichbleibenden Beitrag, der in jungen Jahren über den Gesundheitskosten (graue Linie) liegt. Dadurch können Alterungsrückstellungen gebildet werden. In späteren Jahren liegt dieser Beitrag unter den gestiegenen Gesundheitskosten. Die Differenz wird mit den gebildeten Rückstellungen finanziert (Anwartschaftsdeckungsverfahren).

So teilt sich die Beitragsanpassung für PKV-Versicherte auf

Folgendes Beispiel aus unserer Praxis zeigt Ihnen, wie sich der Mehrbeitrag nach einer notwendigen Beitragsanpassung auf die Komponenten Risikobeitrag, Sparanteil und Sonstiges aufteilt:

Die Grafik zeigt, wie sich die Beitragsanpassung für PKV-Versicherte aufteilt, am Beispiel des Tarifs EXKLUSIV-PLUS 1 Unisex, 40-jähriger Erwachsener,
Beitragserhöhung um 122,40 Euro.

Beispiel: Tarif EXKLUSIV-PLUS 1 Unisex, 40 Jahre,
Beitragserhöhung um 122,40 Euro

Fazit: 53 % des Mehrbeitrages kommt der Stärkung der Vorsorge für das Alter zugute.

Zur Vermeidung größerer Beitragssteigerungen im Alter, zahlen Versicherte einer privaten Krankenversicherung 10 Prozent Beitragszuschlag. Zum 1. Januar des Jahres nach Vollendung des 60. Lebensjahres entfällt dieser Zuschlag, wodurch Ihr Beitrag entlastet wird. Die angesparten Gelder aus dem Beitragszuschlag werden ab Vollendung des 65. Lebensjahres eingesetzt, um künftige Beitragssteigerungen abzumildern.

Mit Rentenbeginn erübrigt sich eine vorhandene Krankentagegeldversicherung, da Sie nicht mehr erwerbstätig sind. Der bisherige Beitrag zu Ihrer privaten Krankenversicherung reduziert sich um den entsprechenden Beitrag einer Krankentagegeldversicherung. Ebenfalls entfällt der Arbeitgeberzuschuss mit dem Eintritt in die Rente. Als privat krankenversicherte Person und Bezieher einer gesetzlichen Rente erhalten Sie einen monatlichen Zuschuss der Deutschen Rentenversicherung zu Ihrem Beitrag.

Die Beitragssituation im Alter für Angestellte:

Es wird die Beitragssituation für Angestellte  während und nach der Erwerbstätigkeit aufgezeigt.

Die Beitragssituation im Alter für Selbstständige:

Es wird die Beitragssituation für Selbstständige während und nach der Erwerbstätigkeit aufgezeigt.

Die Beitragssituation im Alter für Beihilfeempfängerinnen und Beihilfeempfänger:

Es wird die Beitragssituation für Beihilfeberechtigte während und nach der Erwerbstätigkeit aufgezeigt.

Sichern Sie sich niedrigere Krankenversicherungsbeiträge im Alter mit dem Beitragsentlastungstarif BE-SI.

Tarifwechsel – FAQ

Bei einem Wechsel in einen günstigeren Tarif sollten Sie berücksichtigen, dass eine Rückkehr in einen leistungsstärkeren Tarif mit einer erneuten Gesundheitsprüfung verbunden ist. Hierbei kann bei bereits bestehenden Erkrankungen ein Risikozuschlag auf Ihren Beitrag anfallen.

Mehr Informationen finden Sie in folgendem Faktenblatt:

Eine Möglichkeit, Ihren monatlichen Beitrag aktiv zu beeinflussen, ist die Vereinbarung oder Erhöhung eines versicherbaren Selbstbehalts.

Was bedeutet Selbstbehalt?

Ein Selbstbehalt, auch als Selbstbeteiligung bekannt, ist der Anteil an den Kosten, den Sie im Leistungsfall selbst tragen, bevor Ihre Versicherung die restlichen Kosten übernimmt. Wenn Ihr Tarif beispielsweise einen Selbstbehalt von 500 Euro vorsieht und Ihre Behandlungskosten 800 Euro betragen, zahlen Sie die ersten 500 Euro selbst, und Ihre Versicherung erstattet die verbleibenden 300 Euro.

Ein günstigerer Beitrag verändert unter Umständen nachteilig die Höhe der steuerlichen Abzugsfähigkeit. Wenn Sie in einen günstigeren Tarif wechseln oder Ihren Selbstbehalt erhöhen, um Ihren monatlichen Beitrag zu senken, kann dies folgende steuerliche Konsequenzen haben.

Geringere abzugsfähige Beiträge:

Da Ihr Gesamtbeitrag sinkt, sinkt in der Regel auch der Anteil des Beitrags, der für die Basisabsicherung entfällt. Dies führt dazu, dass Sie insgesamt weniger Beiträge als Sonderausgaben geltend machen können.

Beispiel zur Verdeutlichung:

Angenommen, Sie zahlen monatlich 500 Euro Beitrag, wovon 400 Euro auf die Basisabsicherung entfallen und steuerlich absetzbar sind. Wenn Sie nun in einen Tarif wechseln oder den Selbstbehalt erhöhen, sodass Ihr Beitrag auf 400 Euro sinkt und davon nur noch 350 Euro auf die Basisabsicherung entfallen, können Sie 50 Euro weniger pro Monat (also 600 Euro pro Jahr) steuerlich geltend machen.

Fazit und Empfehlung:

Die Entscheidung für einen Tarifwechsel oder die Anpassung des Selbstbehalts sollte nicht ausschließlich auf Basis des monatlichen Beitrags getroffen werden. Es ist wichtig, die Gesamtkostenbetrachtung inklusive der steuerlichen Auswirkungen zu berücksichtigen. Gerne schauen wir uns mit Ihnen vor einem Tarifwechsel Ihre Gesamtsituation an.

Wenn Sie als Arbeitnehmer privat krankenversichert sind, leistet Ihr Arbeitgeber einen wertvollen Beitrag zu Ihren Versicherungskosten – den sogenannten Arbeitgeberzuschuss. Dieser Zuschuss ist ein fester Bestandteil Ihrer monatlichen Finanzierung der privaten Krankenversicherung (PKV) und der privaten Pflegepflichtversicherung (PPV).

Die Auswirkung eines Tarifwechsels auf den Arbeitgeberzuschuss:

Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif, der eine Reduzierung Ihres monatlichen Beitrags zur Folge hat, ist auf den ersten Blick finanziell attraktiv. Doch es ist entscheidend zu verstehen, dass sich dadurch auch die Höhe des Arbeitgeberzuschusses reduziert, was für Sie generell von Nachteil ist.

Warum das so ist:

Da der Arbeitgeberzuschuss an die Höhe Ihres tatsächlichen Beitrags gekoppelt ist, sinkt er proportional, wenn Ihr eigener Beitrag sinkt.

Der § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) ermöglicht es Ihnen als Versicherungsnehmer, innerhalb Ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) in einen anderen Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz zu wechseln.

Als Ihr Versicherer kennen wir Ihre Vertragssituation am besten und können Sie kostenlos und optimal beraten. Wir haben Zugriff auf alle relevanten Informationen und können Ihnen transparent aufzeigen, welche Tarife für Sie in Frage kommen und welche Auswirkungen ein Wechsel auf Ihren Versicherungsschutz und Ihre Beiträge hat.

Die Beauftragung externer „Tarifwechseloptimierer“ ist kostenpflichtig und kann auch zu Missverständnissen oder unvollständigen Informationen führen.

Ausgezeichnete Qualität

Dass Kunden mit SIGNAL IDUNA eine hervorragende Wahl treffen, bestätigen auch die positiven Bewertungen in unabhängigen Vergleichstests.

Morgen & Morgen Unternehmenssiegel KV

David Bläsing

Spezialist für Krankenversicherungen

David Bläsing ist Marketingmanager bei SIGNAL IDUNA und Spezialist für Personenversicherungen. Im Ratgeber widmet er sich insbesondere Fragen rund um Altersvorsorge, Einkommensschutz und Krankenversicherungen. In seiner Freizeit ist er beim Wandern und Bergsteigen gern in luftigen Höhen unterwegs. Außerdem ist der junge Familienvater begeisterter Segler.