Praxis unter Wasser – Zahnarzt muss 14 Monate schließen

Kay Wünsche ist Zahnarzt aus Leidenschaft. Er betreibt seine Praxis im Herzen einer norddeutschen Kleinstadt, beschäftigt acht Mitarbeiterinnen. Eines Nachts brennt der Dachstuhl über der Praxis aus, durch das Löschwasser nimmt die Praxis erheblichen Schaden und muss für 14 Monate schließen.  Eine Geschichte aus unserer Serie „Kundenträume“.

Veröffentlicht am 25.08.2026
Kay Wünsche in einem seiner Praxisräume.

Feuerwehr schreckt den Zahnarzt nachts aus dem Schlaf

An die Nacht auf den 22. Februar 2019 erinnert sich Kay Wünsche noch so genau, als wäre es gestern gewesen. Bis 20 Uhr behandelt der Zahnarzt an dem Donnerstag in seiner Praxis noch Patientinnen und Patienten, fährt nach Feierabend direkt nach Hause. Ein ruhiger Abend vergeht. Nachts um kurz nach 3 Uhr schreckt ihn dann das Telefon aus dem Schlaf.

„Wenn nachts das Telefon klingelt, ist das nie ein gutes Zeichen“, meint Kay Wünsche vielsagend. Plötzlich hellwach nimmt er ab, die Feuerwehr ist am anderen Ende der Leitung. Kay Wünsche soll schnellstmöglich zu seiner Praxis kommen.

Praxis lief voll mit Löschwasser

Sofort macht er sich auf den Weg, kommt kurz darauf an seiner Zahnarztpraxis im Zentrum der norddeutschen Kleinstadt Barmstedt an. Etliche Feuerwehrfahrzeuge sind vor Ort, der Dachstuhl des Gebäudes ist ausgebrannt, Rauch steigt empor. „Mit drei Leiterwagen standen die um das Gebäude herum und haben von oben das Wasser reingepustet“, erzählt Kay Wünsche.

Seine Zahnarztpraxis liegt im 2. Obergeschoss, direkt unter dem zerstörten Dachstuhl. „Ich sollte die Tür zur Praxis aufschließen. Das war eine Glastür, die wollten die Feuerwehrleute nicht eintreten“, beschreibt Kay Wünsche den Grund für den nächtlichen Anruf.

Kurz kann er einen Blick in die Praxis werfen: Die Räume sind voller Rauch, aus der Decke tropft das Löschwasser. „Das war wie ein Sommerregen“, meint der Zahnarzt, der das Ausmaß der Zerstörung in dieser Nacht noch nicht erkennen kann.

Seine Leidenschaft: Den Menschen helfen

Kay Wünsche ist Zahnarzt aus Leidenschaft. „Es ist einfach schön, Menschen zu helfen“, sagt er. „Auch wenn die meisten Menschen froh sind, wenn sie eine Zahnarztpraxis wieder verlassen können“, setzt er augenzwinkernd hinzu. Bevor Kay Wünsche seine Behandlungen beginnt, plaudert er mit seinen Patientinnen und Patienten deshalb erstmal. „Das nimmt vielen die Aufregung“, weiß der Zahnarzt. Ohnehin ist Barmstedt eine Kleinstadt, jeder kennt jeden. Etwas zu erzählen gibt es immer.

Kay Wünsche bei einer Behandlung.

Schon Kay Wünsches Vater war Zahnarzt. Dass der Sohn in die Fußstapfen des Vaters tritt, war jedoch nicht immer klar. Zunächst studierte Kay Wünsche Medizin, schwenkte erst nach einigen Semestern auf Zahnmedizin um. „Das hat sich so ergeben, und dann bin ich da reingewachsen“, sagt er.

Was der Zahnarzt an seiner Arbeit liebt? „Dass ich morgens nicht weiß, was der Tag bringt“, erklärt er. In seine Praxis kommen Kinder und Erwachsene, mal zur Vorsorge, mal mit größeren oder kleineren Beschwerden. „Ich muss mit allem umgehen, und das tue ich gerne“, sagt Kay Wünsche, der sich selbst als Landzahnarzt beschreibt.

Kay Wünsche bei der Behandlung mit einer Patientin.

Pfützen auf dem Boden, Rauchgestank in der Luft

Diese Einstellung wird dem Zahnarzt in den folgenden Wochen und Monaten noch helfen. Als er am Morgen nach dem Brand in seine Praxis kommt, ist er aber erstmal noch guter Dinge. „Da waren Pfützen auf dem Boden und es stank nach Rauch“, beschreibt er. „Aber ich dachte noch: Das wird getrocknet und in ein paar Wochen ist alles wieder in Ordnung.“

Immerhin: Verletzt wurde bei dem Feuer niemand – obschon der Dachstuhl des Gebäudes bewohnt war. „Da lebte unter anderem eine Mutter mit ihren Kindern, und die hat das Feuer bemerkt. Das war großes Glück“, so Kay Wünsche. Was genau den verheerenden Brand ausgelöst hat, weiß er aber bis heute nicht genau. „In einem Abstellraum stand ein Heizlüfter und der hatte wohl einen Defekt.“

Praxis bleibt 14 Monate wegen Entkernung geschlossen

Glück war auch, dass das Feuer aus dem Dachstuhl nicht in die unteren Etagen durchschlug. Die Betondecken hielten das Feuer auf – nicht aber das Löschwasser. Ein Gutachter erklärt, dass die Wände und Decken nass sind und die Räume durch das Löschwasser komplett zerstört wurden. Die Praxis muss entkernt werden.  Und so bleibt die Zahnarztpraxis nicht nur ein paar Wochen zu, wie Kay Wünsche anfangs noch gehofft hatte, sondern 14 Monate.

„Wir konnten die Praxis ja nicht einfach leerräumen“, beschreibt Kay Wünsche eine der vielen Herausforderungen. „Die Geräte mussten abgebaut und eingelagert werden, wir mussten unsere Instrumentarien katalogisieren.“

Nicht alles hatte Schaden genommen, jedoch mussten diese Dinge professionell durch Fachfirmen behandelt werden. „Die Instrumentarien konnte man nicht einfach nur abwaschen und dann wieder benutzen“, erklärt der Zahnarzt. Auch die Karteien der Patientinnen und Patienten mussten speziell behandelt werden: „Die waren zwar nicht nass, stanken aber nach Rauch“, erinnert sich der Zahnarzt. Wochenlang wurden sie deshalb in speziellen Ozonräumen gereinigt.

Kay Wünsche und eine Mitarbeiterin sehen sich Röntgenaufnahmen an.

Unterstützung beim Wiederaufbau – von Profis und Familie

Nachdem die Fachfirmen die Praxis leergeräumt hatten, wurden die Wände und Decken abgerissen. „Das war hier dann komplett leer und einfach eine riesige Halle“, beschreibt der Zahnarzt. Bevor es an den Wiederaufbau ging, musste die Praxis erstmal neu geplant werden. Auch hier erhielt Kay Wünsche professionelle Unterstützung. „Ohne wäre es auch nicht gegangen, ich hätte gar nicht gewusst, wo ich anfangen soll“, erzählt er.

Über ein Jahr lang ist der Zahnarzt mit dem Ab- und Wiederaufbau seiner Praxis beschäftigt. Eine Zeit, an die er nicht gerne zurückdenkt. „Das hat mich schon sehr mitgenommen, mehr, als ich mir eingestehen möchte“, gibt er zu. Eine wichtige Stütze ist in dieser Zeit seine Familie: Seine Frau, seine drei Kinder, sein Bruder und seine Schwägerin stehen ihm zur Seite. Sie helfen ihm beim Ausräumen der Praxis und auch dabei, die neue Praxis aufzubauen. 

Kay Wünsche bei einem Abendessen mit seiner Familie.

Vater schloss wichtige Versicherungen ab

Dass Kay Wünsche seine Praxis überhaupt wiederaufbauen konnte, verdankt er seinem Vater. Denn der hatte seinerzeit wichtige Versicherungen für die Praxis abgeschlossen, Kay Wünsche übernahm diese: Eine Betriebsunterbrechungsversicherung, eine Inhaberausfallversicherung und eine Betriebsinhaltsversicherung. „Ohne diese Versicherungen hätte die Praxis das nicht überlebt“, bringt es Kay Wünsche auf den Punkt.

So aber zahlt SIGNAL IDUNA, bei der Kay Wünsche die Versicherungen hat, die Gehälter für seine acht Mitarbeiterinnen weiter, übernimmt die Kosten für die professionelle Aufbereitung des unbeschädigten Inventars, kommt für die neuen Geräte und die Einrichtung auf, gleicht den entgangenen Gewinn aus. Unterstützt wurde er dabei von seinem SIGNAL IDUNA Berater Lars Kurtzweil, der ihm als persönlicher Ansprechpartner zur Seite stand. „SIGNAL IDUNA hat auch die Kontakte zu den Fachfirmen vermittelt, das war auch sehr hilfreich“, so Kay Wünsche. „Allein hätte ich gar nicht gewusst, an wen ich mich wenden soll.“

Bereits Brände in vorherigen Praxen

Die Versicherungen hatte Kay Wünsches Vater damals jedoch nicht aus reiner Vorsicht abgeschlossen, sondern aus bitterer Erfahrung. Seine erste Praxis eröffnete er 1958 in einer Drei-Zimmer-Wohnung. „Damals war es noch üblich, dass in einer Praxis ein Bunsenbrenner steht“, weiß Kay Wünsche. Der wurde dem Vater jedoch eines Tages zum Verhängnis: Eine Gardine fing Feuer, die Praxis brannte ab.

„Mein Vater hatte keine Versicherung, hat sich aber irgendwie berappelt“, so Kay Wünsche. „Sein Bruder arbeitete damals aber bei SIGNAL IDUNA und riet ihm, die Versicherungen jetzt endlich abzuschließen.“

Der Vater eröffnete nach dem Brand eine neue Praxis in einem anderen Haus, diesmal mit den entsprechenden Versicherungen. Die brauchte er alsbald: Neben der Praxis wohnte eine ältere Dame, die sich abends immer eine Kerze zum Einschlafen anzündete. In einer Nacht blies sie sie nicht mehr rechtzeitig aus; ihre Wohnung und die Praxis brannten aus, die Frau starb. „Das war 1974, das weiß ich noch genau“, sagt Kay Wünsche nachdenklich.

Große Vorfreude auf Wiedereröffnung im April 2020

Die Praxis, in die in jener Nacht im Februar 2019 das Löschwasser fließt und tropft, ist deshalb bereits die dritte, die der Vater eröffnete. „Aller guten Dinge sind drei“, lautet ein Sprichwort, für Kay Wünsche gilt das aber nur bedingt. „In jeder der drei Praxen gab es einen Schaden aufgrund eines Brands, das ist schon traurig“, findet Kay Wünsche.

Im April 2020 feiern Kay Wünsche und sein Team schließlich die Wiedereröffnung. Die neue Praxis ist modern ausgestattet, die Räume sind hell und freundlich gestaltet.  Das Team fühlt sich wohl, und Kay Wünsche ist stolz auf das, was er mit all der Hilfe neu erschaffen hat. 

Kay Wünsche mit seinem Team bei einer Kaffee-Pause.

„Als ich am Abend zuvor in der Praxis stand, war die Vorfreude auf den nächsten Tag riesig“, erzählt Kay Wünsche. Endlich wieder als Zahnarzt arbeiten, endlich wieder den Patientinnen und Patienten helfen und mit ihnen plaudern. Der erste Patient bringt auch gleich eine Sektflasche mit. „Den Korken dieser Flasche habe ich sogar aufbewahrt“, erzählt Kay Wünsche strahlend.Über die Serie #Kundenträume

Über die Serie #Kundenträume

„Pläne dürfen scheitern, Träume nicht“ – dieser Gedanke begleitet viele Geschichten unserer Kundinnen und Kunden. Denn das Leben verläuft heute weniger linear und hält oft unerwartete Wendungen bereit. Doch selbst in Zeiten stetigen Wandels bleiben tief verwurzelte Träume der wichtigste Antrieb. Unsere Serie #Kundenträume zeigt inspirierende Menschen, die gelernt haben, den Wandel als Chance zu begreifen, und trotz herausfordernder Momente an ihren Wünschen festgehalten haben.

Bei SIGNAL IDUNA sind wir ihr aufmerksamer Begleiter, der versteht, dass Sicherheit heute Beweglichkeit statt Stillstand bedeutet. Wir bringen Verlässlichkeit ins Bewegliche und sind füreinander da, auch wenn sich alles andere ändert. Wir unterstützen sie dabei, ihr Leben individuell zu gestalten und ihre Träume zu verfolgen. #TräumLauter 

Hinweis: Jede Geschichte ist einzigartig und erfordert eine separate Prüfung. Der hier gezeigte Fall beinhaltet kein Leistungsversprechen.

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